Seit Einführung der Wärmebildtechnik und der Verwendung dieser Technik im jagdlichen Alltag, überschlagen sich die Jagdzeitschriften, Auktionsplattformen und jegliche Multimedia Channel mit Werbeanzeigen und Angeboten für Wärmebildkameras und Wärmebildvorsatzgeräte.
Die Hersteller und Händler werben gerne mit dem sogenannten NETD-Wert und dem damit suggerierten Leistungswert des Gerätes, das man sich als Kunde zulegen möchte. Ganz so einfach ist es dann leider doch nicht und wir möchten mit dieser Informationsseite eine kleine Orientierung für unsere Kunden geben, damit Sie sich, gemessen an Ihren persönlichen Anforderungen, von vornherein für die richtige Wärmebildkamera entscheiden.
Die ersten Wärmebildkameras für den Jäger, an die ich mich auf dem Markt erinnern kann, hatten in etwa einen NETD-Wert (Noise Equivalent Temperature Difference) von <50mK, später folgten <40mK, <35mK und mittlerweile sind wir bei Sensoren von <25mK angelangt. Der NETD-Wert beschreibt den Messwert für die Wärmebildempfindlichkeit oder den Rauschpegel. Die Ausprägung noch so kleine Wärmeunterschiede zu erkennen. In der Regel gilt: umso schlechter die Witterungsbedingungen (Nebel, Regen, Schnee), desto schlechter die Objektabbildungsqualität und die Detailabbildung. Umso kleiner der NETD, desto höher die Leistung der Wärmebildkamera. In der Theorie!
In der Regel geben die Hersteller von Wärmebildkameras nur den NETD-Wert des Sensors an, der unter bestimmten Bedingungen gemessen wurde. Der NETD misst sich aus der Leistung des Gesamtsystems. Zum Messen des Leistungswerts "NETD" bedarf es eines genormten Messverfahrens um auch vergleichbare Werte zu erhalten. Der Hersteller des Wärmebildsensors misst die Sensorleistung bei genormter Temperatur, Frequenz und Blendenöffnung.
Verbaut ein Hersteller den Sensor in ein Gesamtsystem, das eine abweichende Frequenz oder Blende hat, verändern sich die Leistungswerte gegenüber den Angaben des Sensorherstellers.
Beispiel:
Der selbe Sensor verbaut in einem System mit unterschiedlicher Blende von F1.2 und F1.0, verschlechtert den NETD um satte 20mK.
Blende und Blendenöffnung:
Umso größer die Blendenöffnung, desto mehr Lichteinfall - in dem Fall - desto mehr Wärmestrahlung kann hindurchgelassen werden. Je grösser die Blendenöffnung ist, desto kleiner wird der angegebene Wert. Bedeutet: F2.8 lässt in etwa
doppelt so viel Licht auf den Sensor fallen wie eine Blende mit F4.0 -.
Nehme ich eine Kamera mit einer Sensor-Auflösung von 640×512 oder 384x288 Pixel? Eine höhere Sensorauflösung sorgt, vereinfacht gesagt, für ein besseres und detailreicheres Bild. In Verbindung mit einem leistungsstarken Objektiv und entsprechender Blendenöffnung, lassen sich hier Spitzenwerte in Bildauflösung und Detailerkennbarkeit am Objekt erreichen. Die Frage, die sich stellt ob man, gemessen am Preis-Leistungsverhältnis, die Leistung wirklich benötigt, bzw. bereit ist den Mehrpreis zu bezahlen.